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Brahms | Joachim | Jenner : Works for violin and piano

€ 19.00

Catalogue No.

CDX-29503

EAN

7619913295033

DIVOX Excellence

Brahms | Joachim | Jenner : Works for violin and piano

Stereoplay

Der Kreis um Brahms, der hier in dritter Folge einer ambitionierten Reihe des Labels Divox gezogen wird - dieser Kreis wurde von Komponisten gebildet, deren Können, deren Kultiviertheit auch heute noch, da der zeitliche Abstand die Dinge klarer sehen, auch strengere Masstäbe anlegen lässt, ausser Zweifel stehen. Joseph Joachims Opus 2 wie die Sonate von Gustav Uwe Jenner bleiben dem anspruchsvollen Hörer nichts schuldig. Bis in die letzte Nervenfaser erfüllen sie ihn und lassen ihn ganz zu sich selbst kommen. Aber - und ein Aber lässt sich eben doch nicht ersparen - sie treiben den Hörer nicht über sich hinaus. Sie betätigen ihn in jener «Melancholie des Unvermögens», der wohligen Ergebung in die eigene Zukunftslosigkeit, die Nietzsche aus Brahms herauszuhören glaubte. Und zeigt nicht der Vergleich etwa mit Beethoven, dass das entsagende Sichbescheiden - wenn nicht die ganze Wahrheit der Brahmsschen Musik, so doch deren Fond bildet? Wenn diese Einspielungen dennoch eine Herausforderung darstellen, dann deshalb, weil sie dem Hörer mit ungewöhnlich präsenten, in Nahaufnahme fonografierten Klängen auf den Leib rücken. Man hat beide Ohren voll zu tun, Zusammenhänge herzustellen zwischen dem, was auf einen eindringt, und so das scheinbare Chaos als Ordungsgebilde auf Distanz zu bringen. Was Kremer und Afanasjew in ihrer Einspielung der Brahms-Sonaten durch analytische Artikulation erreichten, das bewirkt hier - bei weit konventionelleren, wenn auch gediegenen Interpretationen - schon die Aufnahmetechnik. Dabei mag man begrüssen oder bemängeln, dass zumindest in der Brahms-Sonate die Balance zwischen Violin- und Klavierpart stark zugunsten des letzteren «gestört» ist. Wenn schon ein leichter Basston soviel Klangraum einnimmt wie ein fester Geigenstrich, dann klingt das Werk wie jene Klaviersonate mit Violinbegleitung, die Kritiker in ihr wie in den beiden späteren Brahms-Sonaten sehen wollen. Aber ist sie das nicht auch?