Jazz Podium

Gabriel Fauré (1845-1924), der musikalische Vater von Ravel und Debussy, schrieb Lieder, die sich durch ihre Struktur und den charakteristischen Klang impressionistischer Harmonien geradezu anbieten, mit Jazz verbunden zu werden. Dies veranlasste das Treya Quaret - Peter Waters, piano, Gilbert Paeffgen, drums, Tony Overwater, bass und Paolo Fresu, trompete -, Faurés Lieder in einer klassischen Jazz-Piano-Trio/Quartett-Besetzung umzusetzen bzw. weiterzuentwickeln, was ihnen grandios gelungen ist. Hier verschmelzen Original und «Bearbeitung» zu etwas vollkommen eigenem: Die Melodien (einfühlsam, aber nie süsslich gespielt von Paolo Fresu) bestechen durchweg durch ihre Klarheit und Schlichtheit, gepaart mit zärtlich perlenden Pianoklängen, geheimnisvollen Klangwelten, frechen rhythmischen Figuren, absolut freien Passagen und stets überraschenden Momenten. Die Stücke beginnen oft sehr schlicht, wie eine ruhige Welle, die nichts weiter macht, als das Meer in friedlicher Bewegung zu halten, bis etwas aufbricht, die Welle wird lebendig, verteilt sich zu kleinen Strudeln, wird grösser, dann wieder fast unsichtbar, doch ohne jemals die Richtung zu wechseln. Die Musik bleibt durchweg durchsichtig und luftig, dabei ist sie so voll Wärme, Lebendigkeit und unbändiger Spielfreude, dass man sie einfach geniessen muss.