Etwas verlorengegangen ist dem fulminanten Barockensemble I Sonatori de la Gioiosa Marca auf der Odysee durch die stürmisch aufgewühlte See des Schallplattenmarktes von Divox zu Erato und zurück die einst hochgelobte noble Eleganz und stilsichere Zurückhaltung im Setzen er Akzente und Ausleben der Effekte. Manches klingt jetzt handfester und hemdsärmliger, was nicht nur am Repertoire mit dem reichen Schlagwerk und dem effektvollen Einsatz von Wind- und Donnermaschinen liegt. Geblieben sind Temperament und Spritzigkeit und offensichtlich auch die wache Neugier auf die Perlen des riesigen, brachliegenden Repertoires der Barockzeit. Agostino Steffani (1654-1728) heisst die jüngste Sonatori Einspielung. Der Musiker, Kirchpolitiker und Hofdiplomat lebte, dachte und komponierte wie ganz Europa (ausser Italien) zu dieser Zeit im Bann des «Sonnenkönigs» Louis XIV. Das heisst: Oboen und Fagotte, mehrfach besetzte Streicher, Trompeten und Pauken: Lullys Orchester, das in der Oper zur Untermalung sämtlicher Bühneneffekte eine immer tragendere und zusehens selbständige Rolle spielte. Steffani steht in seinen Opern für München, Hannover und Düsseldorf dem Vorbild keineswegs nach.