SUITES FRANÇAISES

Nach der jüngst erschienen Porträt-CD des Ensemble Pyramide (CDX-21006) legt Divox bereits eine weitere Aufnahme des Kammerensembles aus Zürich vor. «Suites Françaises» versammelt Bearbeitungen von Markus Brönnimann, dem Flötisten des Ensembles, von vier Werken französischer Komponisten, deren Lebenswege sich mehrfach kreuzten. Debussy, Ravel und Pierné sind die Komponisten, deren Stücke zusammen einen facettenreichen Überblick über die französische Musik an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert geben. Maurice Ravel, der sein «Le tombeau de Couperin» während des ersten Weltkrieges komponierte und 1919 selbst orchestrierte, gelang das «Kunststück», aus ein paar wenigen barocken Elementen eine Musik zu schreiben, die Ausdruck ihrer Zeit ist, seine unverwechselbare Handschrift trägt und durch ihren Charme bezaubert» - so der Bearbeiter Brönnimann. Darauf folgen zwei selten gehörte Werke von Debussy: ein Arrangement seiner bildhaft-farbigen «Petite Suite», ursprünglich für Klavier zu vier Händen, das er noch als Student 1888/1889 schrieb, sowie ein Spätwerk, «Six épigraphes antiques», das Debussy als Orchesterwerk konzipiert hatte, von dem bei seinem Tode jedoch nur ein Particell und eine Klavierfassung vorlagen. Der melancholische Ton und die exotisch-mysteriöse Titel, die ein namenloses Grab ebenso heraufbeschwören wie Visionen exotischer Tänzerinnen, Ägypterinnen und des Gottes Pan, zeigen Debussy als Komponisten, der sich am Ende seines Lebens in seine eigene reiche Gedankenwelt zurückzog. Abgerundet wird die Auswahl durch das «Album pour mes petits amis» von Gabriel Pierné. Der Komponist, Organist und Dirigent machte sich vor allem als Dirigent einen Namen, hinterliess jedoch auch über zweihundert Kompositionen aller Gattungen. Bei dem Original-Klavierwerk handelt es sich um Musik, die - anders als einschlägige Werke von Schumann oder Debussy - z.B. für Kinder als Adressaten, aber auch als Interpreten geschrieben wurde.

Mit «Suites Françaises beweist das Ensemble Pyrramide erneut, dass seine ungewöhnliche Besetzung und Bearbeitungen den Zuhörer auch in bekannten Werken neue, ungewohnte Facetten entdecken lassen. Für Freunde französischer Kammermusik (und solche, die es werden möchten) ist diese Neuerscheinung eine echte Bereicherung.