Brahms: op. 111 no. 2 | Herzogenberg: op. 77

€ 19.00

Webshop Exclusivity!

Catalogue No.

CDX-29608

DIVOX Excellence

Brahms: op. 111 no. 2 | Herzogenberg: op. 77

Composers

Artists

Reviews

12/1997

Das Orchester

Diese CD-Einspielung ist die vierte aus der Reihe «Brahms and his friends», in der neben dem Streichquintett op. 111 Nr. 2 von Brahms, das Streichquintett op. 77 von Heinrich von Herzogenberg vorliegt, einem Komponisten dessen Werke heute so gut wie unbekannt sind, obwohl er ein beachtliches musikalisches Œuvre hinterlassen hat und auch beruflich sehr erfolgreich war. So ging er nach seinem Studium in Wien nach Leipzig, wurde dort Mitbegründer und später Leiter des Bach-Vereins. Danach übernahm er eine Professur für Komposition an der Musikhochschule in Berlin und wurde hier auch Vorsteher einer Meisterschule für Komposition an der Akademie der Künste. Er musste diese Stellung aber krankheitshalber aufgeben und ist im Jahre 1900 im Alter von 57 Jahren gestorben. Er hatte Brahms, der zehn Jahre älter war, schon während seines Studiums in Wien kennengelernt und mit ihm eine Freundschaft begründet, die ein Leben bestanden hat und in die auch Herzogenbergs Frau, die als Briefpartnerin Brahms besonders nahe stand, einbezogen war. Als Komponist, anfänglich an Schumann und Wagner orientiert, war dann doch Brahms das grosse Vorbild, was sich auch darin schon manifestiert, dass er sogar die von Brahms gewählten Gattung bevorzugte, wozu diese CD ein Beispiel liefert. Hier musizieren Peter Hörr, Lehrer für Violoncello am Konservatorium für Musik und Theater in Bern, und vier Studierende des gleichen Instituts. Sie bilden das Ensemble Tiramisu, das 1996 gegründet wurde und dessen Mitglieder alle bereits schon anderweitig kammermusikalische und auch solistische Konzerterfahrung haben und daneben auch Preisträger verschiedener Wettbewerbe sind. Dass hier Musiker am Werke sind, die sowohl technisch perfekt als auch von reifem musikalischen Gestaltungsvermögen geleitet musizieren, wird schon nach kurzem Einhören in diese Aufnahme klar. So ist die Palette der Ausdrucksbereiche beider Quintette sehr umfangreich und bietet die unterschiedlichsten Möglichkeiten zu intensiver Gestaltung, denen die Ausführenden in vorbildlicher Weise gerecht werden. Ob es sich dabei um den vollen Klang handelt, der eher schon orchestrales Volumen annimmt, oder ob mehr zurückhaltend, zart, innig subtil musiziert wird, es wirkt immer überzeugend. Und wenn Professor Jakob Stämpfli, der Direktor des Berner Konservatoriums, als Ziel solch übergreifender Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsklassen «lebendiges und stilistisch einwandfreies Musizieren» fordert, so kann man bestätigen, dass das hier in idealer Weise gelungen ist.