Schon einmal hat das Amati-Quartett mit Haydn aufhorchen lassen, mit der Einspielung der beiden späten Quartette op. 77, die nach wie vor zu den schönsten unter den derzeit greifbaren Aufnahmen zählt. Nun haben sich Willi Zimmermann, Katarzyna Nawrotek, Nicolas Corti und Claudius Herrmann der letzten drei der sechs sogenannten «Preussischen Quartette» Haydns angenommen, des fis-Moll-Quartetts sowie der beiden mit den klangmalerischen Beinamen «Der Traum» und «Der Frosch». Und wieder gelingt es den vier Musikern hervorragend, die vom Komponisten exponierte Stimmungs- und Ausdrucksvielfalt spielerisch umzusetzen und für den Hörer vernehmbar werden zu lassen. Auf der Basis einer ausgezeichneten Verständigung zwischen den Pulten und einer entsprechend ausgewogenen Klangbalance werden die affektiven Kontraste in und zwischen den Sätzen plastisch herausgearbeitet, wobei das kammermusikalische Intime stets im Vordergrund steht. Dies gilt selbst für die schnellen Finalsätze, in denen Temperament und Struktursinn in idealem Gleichgewicht gehalten sind.