«Wir bleiben auch für die letzte Neuerscheinung in dieser Ausgabe der neuen Klassik-CD in Osteuropa, genauer in Budapest. Bela Bartok hat mit seinen insgesamt sechs Streichquartetten wirklich Musikgeschichte unseres Jahrhunderts geschrieben - die Einbindung von so diametral verschiedenen Elementen wie die der ungarischen Volksmusik und wie die aus seiner Technik der thematischen Metamorphose - dies hallt bis heute so radikal progressiv nach wie wenig andere Musik.
Während sich die international gerühmten Quartette wie das Alban-Berg oder das Tokyo gleich auf Gesamteinspielungen konzentrieren - dies allerdings mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen - hat sich das Schweizer Amati Quartett aufgemacht zu den Quartetten 3,4 und 6. Das Amati Quartett, das sich vehement auch um wenig bekanntes Repertoire des 20. Jahrhunderts kümmert, läuft in dieser Neueinspielung zur Höchstform auf. So intensiv, so reich an Schattierungen, so unmittelbar am energetischen Puls der Musik ist mir dieses Quartett noch nie entgegengekommen.
Corinne Holtz