Béla Bartóks Streichquartette III, IV, VI widerspiegeln von den sechs Quartetten zweifellos am striktesten die Entwicklung der konstruktiven Elemente dieses Komponisten. Das Amati-Quartett betont dabei die pastos-erdhaften Momente dieser Musik. Wo letzte Spielbrillanz - etwa in der Coda des dritten Quartetts von 1927 - leich in geschleckte Virtuosität umschlagen könnte, bleiben die Interpreten, auch bei den Glissando-Figuren kurz vor dem Schluss, durchaus auf dem Boden tüchtiger Musikantik. Innig ausgesungen ist das piano espressivo des Cellos zu Beginn des langsamen Satzes im vierten Quartett: übergreifende Linie vor kleinteiliger rhythmischer Pikanterie. Eigene Darstellungsprobleme stellt das letzte Quartett: Die verzweifelt grellen Charaktere von Burletta und Marcia werden zwingend in den übergeordneten und sich auch überordnenden Spannungsbogen gefügt bei den oft wiederkehrenden und atmosphärisch fast allgegenwärtigen Mesto-Abschnitten. Nicht so rasch aus dem Ohr geht die Art, wie diese Musiker im allerletzten Mesto in den Randstimmen das pianissimo, senza colore - trotz allem: färben.