Louise Farrenc (1804-1875) gilt als bedeutendste Komponistin des 19. Jahrhunderts. Die geborene Jeanne-Louise Dumont war Klavierschülerin von Johann Nepomuk Hummel und Ignaz Moscheles. Besonders Hummel hat sie Zeit ihres Lebens nachhaltig beeinflusst. Unterricht in Harmonielehre, Orchestration und Komposition nahm sie bei Anton Reicha. 1821 heiratete sie den Musiker und Musikverleger Aristide Farrenc, der sich intensiv der Veröffentlichung ihrer Kompositionen widmete, die überaus erfolgreich aufgeführt wurden. als Professor für Klavier wurde sie darüber hinaus am Pariser Conservatoire national zur Institution. Die Beurteilung ihrer Kompositionen sind unterschiedlich. Einen prominenten Fürsprecher fand sie in Robert Schumann. Von anderer Seite wird ihrer Musik jedoch fehlende Farbe und Wärme bescheinigt. Die beiden vorliegenden Katalogpremieren zeigen die Farrenc als Meisterin kammermusikalischer Vielfalt mit untrüglichem Gespür für die individuellen Eigenheiten der Instrumente sowie als Erfinderin subtiler Melodien. Das Nonett entspricht der Besetzung von Louis Spohrs berühmten op. 31. Das Trio bereichert die seltene Gattung des Klaviertrios mit einer Klarinette anstelle der Violine neben Beethoven op. 11 und Brahms' op. 114 um eine reizvolle Variante. Beide Stücke werden vom Consortium Classicum mit dem für dieses Ausnahmeensemble bereits typischen dunklem Timbre, musikalisch ausdrucksstark und technisch perfekt interpretiert.