1995

Musikmarkt

Jeanne-Louise Farrenc (1804-1875) gehörte neben Clara Schumann und Fanny Mendelssohn zu den wenigen Komponistinnen, deren Talent zumindest Anerkennung fand - aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung als Frau wurde es jedoch nie richtig ernst genommen. Selbst ihr berühmter Kollege und Landsmann Hector Berlioz konnte es sich nicht verkneifen, sein Lob mit Einschränkung zu formulieren: «Gut geschrieben und mit einem für eine Frau ausserordentlichen Talent orchestriert.» Das Consortium Classicum macht in einer auf dem schweizerischen Divox-Label erschienenen Aufnahme mit zwei Werken der Französin bekannt. Das Nonett Es-Dur op. 38 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass - 1850 unter Mitwirkung des berühmten Geigers und Brahms-Freundes Joseph Joachim vor 400 Zuhörern uraufgeführt - wurde aus dem bis heute nicht gedruckten Manuskript eingespielt. Das sechs Jahre später entstandene Trio Es-Dur op. 44 für Klarinette, Violoncello und Klavier erlebt hier seine Tonträgerpremiere. Die Ausführenden sind der Klarinettist Dieter Klöcker, Leiter und Gründer des nun drei Jahrzehnte etablierten Consortium Classicum, sowie Peter Hörr, Violoncello und Werner Genuit, Klavier.