Mieczyslaw Samuilowicz Weinberg

Mieczyslaw Samuilowicz Weinberg

(1919—1996)

{ Biography }

Weinberg kam als Sohn eines Musikers schon früh mit Musik in Berührung und begann bereits 1931, Klavier am Konservatorium der Musikakademie Warschau zu studieren. Beim deutschen Überfall auf Polen 1939 brach er sofort seine Studien ab und floh in die Sowjetunion, da er jüdischer Abstammung war. (Seine Familie, die aus Kischinjow stammte, von wo aus sie 1903 nach Polen geflohen war, wurde ermordet.) Zunächst ließ er sich in Minsk nieder und studierte dort Komposition. Wenige Tage, nachdem er 1941 seine Studien abgeschlossen hatte, musste er vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion fliehen und reiste nach Taschkent, wo er an der Oper arbeitete. 1943 schickte Weinberg seine erste Sinfonie an Dmitri Schostakowitsch, der ihn daraufhin nach Moskau einlud. Noch im selben Jahr ließ sich Weinberg dort nieder und lebte in der russischen Hauptstadt bis zu seinem Tode als freischaffender Komponist. 1953, kurz vor dem Tode Stalins, wurde er - unter dem Vorwurf, die Errichtung einer jüdischen Republik in der Krim propagiert zu haben - inhaftiert. Sein lebenslanger Freund und Mentor Schostakowitsch setzte sich jedoch für ihn ein und erreichte, dass er nach etwa einmonatiger Haft wieder freigelassen wurde.

Die Oper Die Passagierin gilt als Hauptwerk von Mieczysław Weinberg. Es ist die Geschichte einer Auschwitz-Überlebenden, die "ihrer" KZ-Aufseherin nach dem Krieg auf einem Ozeandampfer wiederbegegnet. Das 1968 fertiggestellte Werk des Komponisten wurde erstmals 2006 konzertant in Moskau uraufgeführt und erlebte 2010 - mit 42 Jahren Verspätung - seine szenische Weltpremiere als Oper bei den Bregenzer Festspielen.

Neben seiner kompositorischen Tätigkeit trat Weinberg auch als Pianist auf. Er komponierte zudem eine große Anzahl von Filmmusiken, darunter zu Michail Kalatosows Die Kraniche ziehen (1957), Sergei Urussewskis Abschied von Gulsary (1968) und Alows & Naumows Teheran 43 (1981).