Mieczyslaw Weinberg | Werke für Cello solo

Ausser zwei Sonaten für Violoncello und Klavier (1945 bzw. 1958/9) hat Mieczyslaw Weinberg ein Konzert für Violoncello und Orchester (1948) sowie insgesamt vier Sonaten und einen Zyklus von 24 Préludes für Violoncello solo komponiert. Für seine Debut-CD bei Divox hat Emil Rovner folgende Werke von Weinberg eingespielt:

Sonate No. 2 für Cello solo op. 86/121 (1965, rev. 1977) | Auswahl aus den 24 Préludes op. 100 für Violoncello solo (1968) | «Nacht» aus: Aus der lyrischen Poesie von Shukovski op. 116 (1979)

Mieczyslaw Weinbergs Leben (1919–1996) wurde von schweren Ereignissen geprägt: Flucht vor dem NS-Truppen aus Warschau nach Weissrussland und später nach Usbekistan, Verlust seiner Eltern und seiner Schwester, 1953 Inhaftierung im Rahmen anti-jüdischer Säuberungsaktionen in der UDSSR. Dennoch wollte Weinberg niemals als Opfer gesehen werden, sondern erinnerte sich lieber voller Stolz daran, welche berühmten Musiker und Dirigenten sich in seiner neuen Heimat für seine Werke eingesetzt hatten, darunter Dimitri Schostakowitsch, der keine Gelegenheit ausliess, um Freunden und Kollegen das Werk von Weinberg zu empfehlen. Auch Mstislaw Rostropowitsch gehörte zu den berühmten Künstlern, die Weinbergs Werke uraufführten und in ihr Repertoire aufnahmen; Weinberg widmete seine Préludes denn auch Rostropowitsch.Die Préludes stellen eine der experimentierfreudigsten Kreationen Weinbergs dar und verdienen es, zu den herausragendsten Repertoirebeiträgen für Violoncello solo des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden. Das Lied, Nacht, schliesslich ist Teil des Zyklus «Aus der lyrischen Poesie von Shukovski» op. 116, den Weinberg im Jahre 1979 für Bass-Stimme komponierte. Shukovski war Übersetzer und Dichter am Hofe des Zaren Alexander II. Seine Gedichte sind meist meditative Elegien über typisch frühromantische Themen.

Emil Rovner wurde 1975 in Gorki, Russland, geboren. Bereits als Zehnjähriger debütierte er als Solist mit dem Sinfonieorchester der Stadt Gorki. Seine Cellostudien setzte er u.a. bei Ivan Monighetti und Boris Pergamenschikow fort. Danach studierte er Gesang an der Schola Cantorum Basiliensis bei Ulrich Mess-thaler. Im Oktober 2007 wurde Emil Rovner als einer der jüngsten Professoren an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden berufen. Er gibt internationale Meisterkurse in Deutschland, Portugal, Russland und der Schweiz.

Auf dieser Aufnahme spielt Emil Rovner ein Cello von Pietro Giovanni Mategazza aus dem Jahr 1779.