Wer virtuos geigt und sich mit barocker Aufführungspraxis beschäftigt, muss sie auf Tonträger aufgenommen haben: Antonio Vivaldis theatralisch klangmalerische vier Violinkonzerte «Le Quattro Stagioni». Die Reihe ist an Giuliano Carmignola und den aus Treviso stammenden «Sonatori de la Gioiosa Marca». Carmignola, der Meister wie Franco Gulli, Nathan Milstein und Henryk Szering zu seinen Lehrern zählt, hat sich ursprünglich vor allem dem klassisch-romantischen Repertoire gewidmet. Seit einigen Jahren jedoch beschäftigt er sich intensiv mit historischer Aufführungspraxis und speziell mit Musik aus Venedig. In den «Jahreszeiten» findet er eine feine Balance zwischen Theatralik und Form. Das darf grell klingen wie in der Barockoper, doch vergisst er nie, dass es sich um «Concerti» handelt. Mit den «Sonatori» hat er ein kleines Spezialisten-Ensemble zur Seite, das die klingenden Bilder erfrischend direkt und farbenfroh zu zeichnen vermag.