Das CD-Cover zeigt auf der einen Seite eine attische Amphore mit der Abbildung eines griechischen Aulos-Spielers. Und auf der anderen - in identischer Pose und mit diesem gleichsam in einen Dialog tretend - den Schweizer Blockflötisten Conrad Steinmann, der sich in den letzten Jahren engagiert auf die Suche nach den verlorenen Klängen der Antike gemacht hat. Dabei hat Steinmann seinen Blick nicht nur auf die wenigen ikonographischen und schriftlichen Zeugnisse der klassischen Antike gerichtet. Er hat auch intensiv die sich in heutiger Praxis manifestierenden Traditionen des arabischen und übrigen Mittelmeerraumes studiert, zusammen mit dem Instrumentenbauer Paul Reichlin die zum grössten Teil nicht mehr gebräuchlichen Instrumente rekonstruiert und den klanglichen Möglichkeiten in eigenen Improvisationen und Kompositionen nachgespürt. Aus den - zum Teil vokal unterlegten - Block- und Untertonflöten verschiedenster Mensuren, dem hell klingenden griechischen, dem näselnd schnarrenden ägyptischen Aulos sowie dem zarteren klabrischen Fischiott zaubert Steinmann Klänge und Stimmungen hervor, deren Vielfalt fasziniert.
Christoph Ballmer