Nur gelegentlich findet man eine Aufnahme, die eine vorgeformte Meinung bereist beim ersten Hören ins Wanken bringt. Zum Beispiel diejenige, dass man ein Stück für Streichquartett nicht ohne wesentlichen Substanzverlust für Bläser arrangieren kann. Das Zürcher Oboenquartett beweist mit der Bearbeitung von Dvoraks F-Dur-Quartett op. 96 das Gegenteil. Die Fassung für drei Oboen und Fagott scheint an manchen Stellen fast besser zu sein als das Original. Endlich kann man auch die Mittelstimmen als eigenständige musikalische Individuen wahrnehmen. Das einheitlichere Klangbild des Streichquartetts erschwert dies beim Original doch erheblich. Und dabei geht in dieser Bearbeitung keineswegs der blühende Ton Dvoraks verloren, er wird lediglich in ein neues Klangbild überführt. Dass dies nur mit vorzüglichen Musikern gelingen kann, versteht sich von selbst. Mehr als erfreulich ist, dass die Schweizer Musiker höchsten Ansprüchen gerecht werden. Werke von Juraj Filas und Leos Janacek, die gleichfalls hörenswert geraten sind, ergänzen diese CD, die allemal empfehlenswert ist.