Die Werke für Violoncello und Klavier nehmen im Œuvre Ludwig van Beethovens - rein quantitativ betrachtet - zwar einen bescheidenen Raum ein, markieren jedoch wichtige Schnittpunkte der stilistischen Entwicklung. Während aus den beiden Sonaten op. 5 von 1796 noch deutlich der frühe Beethoven spricht, ist die A-Dur-Sonate op. 69 aus dem Jahr 1807 unüberhörbar mit den Hauptwerken der mittleren Phase verwandt, während die Sonaten op. 102 (1815) bereits vom knorrigen Spätstil des Komponisten künden. Ihre klangsprachliche Bandbreite und das hohe handwerkliche Niveau machen die Kompositionen zu ersten Meilensteinen der Gattung Cellosonate - und verschaffen ihnen eine exponierte Stellung im Repertoire. Davon zeugt auch die derzeitige diskographische Blüte: Nahezu zeitgleich sind jetzt vier Einspielungen der Werke erschienen, die eine weit gefächerte Bandbreite ganz unterschiedlicher Interpretationen aufzeigen.
... Ganz anders der Ansatz bei der bereits 1975 entstandenen, jetzt auf CD erschienen Einspielung von Esther Nyffenegger und Gérard Wyss. Ihre gemässigten Tempi, der schnell und ein wenig eng vibrierende Celloton sowie die fast wohnzimmerhafte Akustik positionieren die Aufnahme als antimonumentalen Gegenpol zu schiff/Perenyi.
slr