«Brahms und seine Freunde» tauften der Cellist Claudius Herrmann und die Pianistin Saiko Sasaki ihr romantisches Duorezital. Sie beweisen dabei Kompetenz und Fingerspitzengefühl, und das angenehm warme Klangbild schafft zusätzlich Atmosphäre, Schumanns Adagio und Allegro op. 70 eröffnet das Programm. Claudius Herrmann musiziert mit schönem Klang, gelöster Natürlichkeit der Phrasierung und feurigem Schwung. Dies gilt ebenfalls für Brahms' erste Cellosonate, die gewiss als eine Paradenummer des Repertoires bezeichnet werden kann. Saiko Sasaki ist eine aufmerksame, agile Pianistin, deren diskreter, eher kühl anmutender Klavierklang jedoch wenig Geheimnis birgt. Lob gebührt den beiden Musikern für die Erkundung zweier wenig bekannter, aber durchaus interessanter Stücke. Heinrich von Herzogenbergs (1844-1900) expressives Duo op. 12 ist von delikater Klanglichkeit und widersetzt sich dem gegen den Komponisten erhobenen Vorwurf der Erfindungsblässe. Die Sonate op. 3 des Leipziger Komponisten Julius Röntgen (1855-1932) spiegelt spätromantische Neigungen im Brahmsschen Wirkungskreis, wirkt aber im Ausdruck und von der kompositorischen Anlage her eher lauwarm.