Als er 1643 starb, hinterliess Girolamo Frescobaldi seinen Schülern und Nachfolgern ein schweres Erbe. Wie die nächste Komponisten-Generation mit dem schier unerschöpflichen Vorrat an musikalischen und spieltechnischen Innovationen wucherte, den er hinterliess, führt der italienische Organist Andrea Marcon an einer vorzüglichen Orgel vor, einem von Pietro Nacchini 1750 in Treviso gebauten Instrument, dessen Pfeifen fast vollständig im Originalzustand erhalten sind. Hier beissen einen die «durezze», die chromatischen Vorbehalte, viel deutlicher in die Ohren als auf einem normal temperierten Werk, so bei Giovanni Salvatores Kyrie-Vertonung, einer jenseitigen Klage. Weltlich-lebensfroh schuf Bernardo Pasquini seine «Variazioni capricciose», deren Tanzrhythmen Marcon knackig artikuliert. Kostbar auch die charaktervollen Kompositionen des Bernardo Storace: Das «Recercar» fliesst wie eine Motette von Palestrina. Und sein gewitztes «Baletto» brächte auch in manches nordische Gotteshaus jede Menge mediterraner Lebenslust.