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10/1998

Organ

Wer davon träumt, auf einer einzigen CD einen repräsentativen überblick über den Reichtum der italienischen Orgel und ihrer einschlägigen Literatur zu gewinnen, findet hier das Objetk seiner Wünsche. Und wem die transalpine Orgelkunst bisher nicht gänzlich fremd geblieben ist, wird die Einspielung mit Andrea Marcon bereits nach dem ersten Hören als echte Bereicherung seiner Plattensammlung schätzen. In der Tat handelt es sich hier um einen aussergewöhnlich gelungenen und in dieser Güte seltenen Tonträger mit einem vielfältigen und kontrastreichen Repertoire, facettenreich und blendend interpretiert sowie mit Verstand und Feingefühl zusammengestellt. Dazu kommen sensibelstes Stilgefühl, interpretatorische Fantasie und Einfallsreichtum des Spielers. Dies alles ist fraglos auch notwendig, um die eingespielte Orgel in dieser Weise und mit diesem überzeugenden Ergebnis lebendig zum Sprechen zu bringen. Marcon besinnt sich indes ganz auf das eigentliche Proprium der italienischen Orgel und präsentiert dem Hörer sämtliche gebräuchlichen Genres der traditionellen italienischen Organistenzunft der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Hörer bleibt vom ersten bis zum letzten Takt gefesselt. Was die Registrierkunst Marcons angeht, so beweist er hier nicht weniger Geschick, indem er alle nur möglichen Klangfarben und -kombinationen weidlich ausschöpft. Dem Booklet (D/GB) wurden dankenswerterweise die Registrierungen der eingespielten Stücke beigegeben.